Einlieferungsbedingungen

 

1. Das Auktionshaus (in Folge „Versteigerer“ oder „Auktionshaus“) verkauft oder versteigert die umseitig aufgeführten Gegenstände in einer öffentlichen Versteigerung, in einer Online-Auktion oder im freien Verkauf als Kommissionär in eigenem Namen und für Rechnung des Einlieferers (Kommittent), der unbenannt bleibt.

2. Der Einlieferer bestätigt mit seiner Unterschrift, dass er Eigentümer oder zum Verkauf ermächtigter Verfügungsberechtigter ist. Die eingelieferten Gegenstände sind kein unrechtmäßig erworbener Besitz und nicht durch Rechte Dritter belastet.

3. Der Einlieferer hat den Versteigerer wegen aller, nicht auf einem Verschulden des Versteigerers selbst beruhender Ansprüche, die aus irgendeinem Grund aus Anlass der Versteigerung erhoben werden können, schadlos zu halten. Jegliche Haftung des Versteigerers, gleich aus welchem Grund, für Schäden am Versteigerungsgut – Beschädigung oder Zerstörung – ist ausgeschlossen, es sei denn, dem Versteigerer sei Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit nachzuweisen. Dieser Haftungsausschluss gilt auch zugunsten des Personals oder beauftragter Dritter des Versteigerers.

4. Für alle von ihm gemachten Angaben – insbesondere Zuschreibungen, Material, – oder Altersangaben übernimmt der Einlieferer die Gewährleistung und Haftung gegenüber dem Käufer. Die Sachen sind gebraucht. Der Einlieferer steht dem Auktionshaus in entsprechender Anwendung des Kaufrechts für alle Sach- und Rechtsmängel ein. Dabei beginnt die Verjährungsfrist mit dem Zuschlag an den Ersteigerer.

5. Der Einlieferer zahlt an den Versteigerer xy% der Zuschlagsumme zzgl. derzeit gültiger Mehrwertsteuer, insgesamt also xy % als Provision. Im Falle des Nichtverkaufs von eingelieferten Gegenständen ist keine Provision zu zahlen. Die eventuell gemäß § 26 Abs. 1 UrhG anfallende Folgerechtsabgabe (in Höhe von bis zu 6% des Erlöses für das Kunstwerk) ist vom Einlieferer zu zahlen und wird im Zweifel vom Verkaufserlös einbehalten und an die Bild-Kunst Verwertungsgesellschaft abgeführt. Ein Auftraggeber, der Gewerbetreibender ist, verpflichtet sich, die MwSt. aus den für ihn getätigten Verkäufen selbst abzuführen. Bei gänzlicher oder teilweiser unbegründeter Rücknahme des Auftrags vor der Auktion, geht die Kommission in voller Höhe zu Lasten des Einlieferers.

6. Bis zum Ablauf von 1 Monat nach dem Einlieferungstermin ist der Einlieferer an den Vertrag gebunden. Wird der Vertrag auf Verlangen des Einlieferers vorzeitig aufgehoben, so hat der Einlieferer dem Auktionshaus außer den eventuell getätigten Auslagen (insbesondere Transport-, Katalog- und Fotokosten) auch die Provision (xy %), berechnet nach dem vereinbarten Limit, oder mangels eines solchen nach der Hälfte des Schätzpreises zu ersetzen.

7. Limitpreise gelten als Mindestpreise, unter denen – außer bei vorheriger Rücksprache mit dem Einlieferer – kein Zuschlag erfolgt. Bleiben Objekte in der Auktion unverkauft, wird es dem Auktionshaus freigestellt, die Mindestpreise im Auktions-Nachverkauf um bis zu x % zu reduzieren. Der Auktions-Nachverkauf endet 1 Monat nach dem Auktionstermin. Holt der Einlieferer nach Ende des Auktions-Nachverkaufs die unverkauften Objekte nicht ab, so werden diese in den „freien Verkauf“ übernommen. Im „freien Verkauf“ kann der Limitpreis weiter (d.h. um mehr als x %) reduziert werden. Dies bedarf keiner weiteren Absprache mit dem Einlieferer und liegt im Ermessen des Auktionshauses.

8. Mit der Provision werden die Kosten für Lagerung, Beschreibung, Katalogerstellung u. Versand, Fotos, Werbemaßnahmen und Ausstellung des Auktionshauses bis zur vereinbarten Auktion oder dem Verkauf abgedeckt.

9. Die Objekte sind dem Auktionshaus auf Rechnung und Gefahr des Einlieferers zuzustellen und im Falle des Nichtverkaufs innerhalb von 12 Wochen nach der Einlieferung wieder abzuholen. Nach erfolglosem Ablauf der 12-wöchigen Einlieferungsdauer, ist der Einlieferer verpflichtet, die Ware innerhalb einer Frist von 14 Tagen abzuholen. Holt der Einlieferer die Objekte nicht ab, ist das Auktionshaus befugt, über die Ware ohne Einschränkung, insbesondere ohne Beachtung eines ursprünglich vereinbarten Limits, frei zu verfügen. Auch eine unentgeltliche Überlassung der Objekte an Dritte oder die Entsorgung ist gestattet.

10. Der Einlieferer besteht nicht auf Schätzung oder Begutachtung durch öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige oder von der IHK benannte Gutachter, auch soweit es sich um Gold- oder Silberwaren, Edelsteine oder Teppiche handelt. Sollte der Einlieferer dennoch ein solches Gutachten wünschen, so wird es vom Versteigerer auf Kosten des Einlieferers eingeholt. Im Übrigen hat der Versteigerer das Recht, eingelieferte Objekte nach freiem pflichtgemäßem Ermessen zu taxieren. Gold, Silber u.a. Edelmetalle können unter Materialwert veräußert werden.

11. Das Auktionshaus haftet nicht für die Erfüllung des Kaufpreisanspruches durch den Käufer. Zahlt der Käufer den Kaufpreis nicht, steht es dem Einlieferer frei, im eigenen Namen und auf eigene Rechnung vom Käufer Erfüllung zu verlangen oder seine gesetzlichen Rechte wegen Nichterfüllung geltend zu machen.

12. Dieser Vertrag enthält alle Abreden zwischen Einlieferer und dem Auktionshaus. Mündliche Nebenabreden gelten nicht. Alle Änderungen dieses Versteigerungsvertrages bedürfen zu ihrer Gültigkeit der Schriftform.

13. Die Auszahlung des Versteigerungserlöses (abzüglich Provision, gesetzlicher Mehrwert-Steuer und eventuell angefallener Nebenkosten) erfolgt, soweit der Erlös beim Auktionshaus eingegangen ist, nach persönlicher oder telefonischer Anfrage des Einlieferers. Der Auszahlungsbetrag wird im Zweifel überwiesen – ein Anspruch auf Barauszahlung besteht nicht. Kosten einer unbaren Auszahlung trägt der Zahlungsempfänger.

14. Sollte eine der vorstehenden Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, wird die Gültigkeit der Übrigen davon nicht berührt.

15. Erfüllungsort und Gerichtsstand ist Musterstadt.

Stand April 2017